Grammatik

Dativ einfach erklärt: Regeln, Beispiele und Übungen

5. August 2026 · 10 Min. Lesezeit · von Lukas

Der Dativ Deutsch ist der Fall, den man braucht, wenn man einer Person etwas gibt, hilft oder dankt. Im Satz „Ich gebe meinem Bruder ein Geschenk“ steht „meinem Bruder“ im Dativ. In diesem Artikel lernst du die Endungen für alle Artikel, wichtige Verben, feste Präpositionen und übst mit realistischen Beispielen aus Café, Wohnung und Familie.

Praxis & Beispiele

Was ist der Dativ? 📮

Der Dativ ist der dritte Fall im Deutschen. Er markiert häufig das indirekte Objekt, also die Person, für die etwas getan wird oder die etwas erhält.

Die Testfrage für den Dativ lautet „Wem?“. Im Satz „Ich helfe meiner Nachbarin“ fragst du: Wem helfe ich? – Meiner Nachbarin. Das ist der Dativ.

Anders als beim Akkusativ verändern sich beim Dativ alle Artikelformen sichtbar, auch im Plural.

Beispiel

Ich schenke meiner Mutter einen Blumenstrauß.

Bestimmter Artikel im Dativ

Im Dativ verändern sich alle Formen des bestimmten Artikels: der wird zu dem, die wird zu der, das wird zu dem, und im Plural bekommt das Substantiv zusätzlich ein -n.

maskulinfemininneutrumPlural
Nominativder Manndie Fraudas Kinddie Kinder
Dativdem Mannder Fraudem Kindden Kindern

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Wir danken dem Mann für seine Hilfe.
  • Sie erzählt den Kindern eine Geschichte.

Unbestimmter Artikel und Possessivartikel im Dativ

Beim unbestimmten Artikel und bei Possessivartikeln bekommen maskuline und neutrale Formen die Endung -em, feminine Formen die Endung -er.

maskulinfemininneutrum
Nominativein Kollegeeine Kolleginein Team
Dativeinem Kollegeneiner Kollegineinem Team

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Ich gebe einem Kollegen den Bericht.
  • Er hilft seiner Schwester beim Umzug.
Merke

Merksatz: -em für maskulin und neutrum, -er für feminin, -en im Plural.

Personalpronomen im Dativ

Auch Personalpronomen haben eigene, unregelmäßige Formen im Dativ, die man auswendig lernen muss.

NominativDativ
ichmir
dudir
erihm
sieihr
esihm
wiruns
ihreuch
sie/Sieihnen/Ihnen

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Kannst du mir bitte helfen?
  • Das Wetter gefällt uns sehr gut.

Verben mit Dativ

Manche Verben verlangen im Deutschen ausschließlich den Dativ, auch wenn es im Deutschen nur ein Objekt gibt. Diese Verben musst du dir einzeln merken.

Typische Verben mit Dativ sind: helfen, danken, gefallen, gratulieren, gehören, antworten, glauben und folgen.

  • Ich danke dir für die Einladung.
  • Das Auto gehört meinem Vater.
  • Wir gratulieren euch zur neuen Wohnung.

Präpositionen mit Dativ

Bestimmte Präpositionen stehen immer mit Dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von und zu. Eine bekannte Eselsbrücke lautet: „aus bei mit nach seit von zu“.

  • Ich komme aus der Türkei.
  • Wir fahren mit dem Bus zur Arbeit.
  • Seit einem Jahr wohne ich in Berlin.
Gut zu wissen

Wechselpräpositionen wie in, an, auf können mit Dativ oder Akkusativ stehen, je nachdem ob eine Position oder eine Bewegung ausgedrückt wird.

Häufige Fehler beim Dativ

Ein häufiger Fehler ist, den Dativ mit dem Akkusativ zu verwechseln, besonders bei Verben wie helfen oder danken, die im Englischen oder anderen Sprachen anders funktionieren.

Auch die Pluralendung -n wird oft vergessen: Aus den Kinder muss den Kindern werden.

  • Falsch: Ich helfe dich. Richtig: Ich helfe dir.

Häufige Fehler

  • Ich helfe dich mit den Koffern.

    Ich helfe dir mit den Koffern.

    Helfen verlangt den Dativ, deshalb dir statt dich.

  • Das Buch gehört mich.

    Das Buch gehört mir.

    Gehören steht mit Dativ, also mir statt mich.

  • Sie erzählt der Kinder eine Geschichte.

    Sie erzählt den Kindern eine Geschichte.

    Im Dativ Plural bekommt der Artikel die Endung den, das Substantiv zusätzlich -n.

  • Ich komme aus die Schweiz.

    Ich komme aus der Schweiz.

    Aus steht immer mit Dativ, feminine Länder wie die Schweiz werden dann zu der Schweiz.

  • Wir danken ihn für die Hilfe.

    Wir danken ihm für die Hilfe.

    Danken verlangt Dativ, deshalb ihm statt ihn.

Merkhilfe

Aus bei mit nach seit von zu – diese sieben Präpositionen stehen immer mit Dativ. Wer wem hilft, dankt oder gratuliert, braucht auch Dativ.

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Zusammenfassung

  • Der Dativ antwortet auf die Frage „Wem?“.
  • Alle Artikelformen verändern sich sichtbar, im Plural bekommt das Substantiv zusätzlich -n.
  • Personalpronomen wie mir, dir, ihm, ihr sind unregelmäßig und müssen gelernt werden.
  • Verben wie helfen, danken, gefallen und gehören verlangen immer Dativ.
  • Aus, bei, mit, nach, seit, von, zu stehen fest mit Dativ.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich den Dativ in einem Satz?

Stelle die Frage „Wem?“ zum Verb. Die Antwort darauf steht im Dativ.

Welche Verben verlangen immer den Dativ?

Zum Beispiel helfen, danken, gefallen, gehören, gratulieren und antworten.

Welche Präpositionen stehen fest mit Dativ?

Aus, bei, mit, nach, seit, von und zu stehen immer mit Dativ.

Ändert sich das Substantiv selbst im Dativ?

Im Singular meist nicht, aber im Plural bekommt es oft die Endung -n, zum Beispiel den Kindern.

Der Dativ wirkt am Anfang komplex, wird aber mit den richtigen Verben und Präpositionen schnell zur Routine. Übe regelmäßig mit echten Alltagssätzen.

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