Grammatik

Akkusativ einfach erklärt: Regeln, Beispiele und Übungen

4. August 2026 · 10 Min. Lesezeit · von Lukas

Der Akkusativ Deutsch begegnet dir in fast jedem Satz, sobald ein direktes Objekt im Spiel ist. Wer im Café „einen Kaffee“ bestellt oder „den Schlüssel“ sucht, benutzt automatisch den Akkusativ. In diesem Artikel lernst du die Endungen, die wichtigsten Verben und Präpositionen sowie typische Fehler – Schritt für Schritt und mit vielen Beispielen aus dem Alltag.

Praxis & Beispiele

Was ist der Akkusativ? 🎯

Der Akkusativ ist einer von vier Fällen (Kasus) im Deutschen. Er markiert meistens das direkte Objekt eines Satzes, also die Person oder Sache, die von der Handlung unmittelbar betroffen ist.

Um den Akkusativ zu finden, stellst du die Frage „Wen oder was?“. Im Satz „Ich sehe den Hund“ fragst du: Wen sehe ich? – Den Hund. Das ist der Akkusativ.

Wichtig: Nur maskuline Artikel im Singular verändern sich sichtbar (der wird zu den). Feminine, neutrale und Plural-Formen bleiben im Akkusativ meist unverändert.

Beispiel

Ich kaufe einen neuen Rucksack für die Reise.

Bestimmter Artikel im Akkusativ

Beim bestimmten Artikel verändert sich nur die maskuline Form: aus der wird den. Die anderen Formen bleiben wie im Nominativ.

maskulinfemininneutrumPlural
Nominativder Manndie Fraudas Kinddie Leute
Akkusativden Manndie Fraudas Kinddie Leute

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Siehst du den Mann dort drüben?
  • Wir besuchen die Frau aus dem dritten Stock.

Unbestimmter Artikel und Possessivartikel

Beim unbestimmten Artikel (ein, eine) und bei Possessivartikeln (mein, dein, sein …) gilt dieselbe Regel: Nur die maskuline Form bekommt im Akkusativ ein -n.

maskulinfemininneutrumPlural
Nominativein Tischeine Lampeein Fenstermeine Bücher
Akkusativeinen Tischeine Lampeein Fenstermeine Bücher

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Er braucht einen Termin beim Arzt.
  • Hast du meinen Regenschirm gesehen?
Merke

Merksatz: Nur der Mann bekommt im Akkusativ ein -n. Feminin, neutrum und Plural bleiben unverändert.

Personalpronomen im Akkusativ

Auch Personalpronomen ändern im Akkusativ ihre Form. Diese Formen musst du auswendig lernen, da sie nicht regelmäßig gebildet werden.

NominativAkkusativ
ichmich
dudich
erihn
siesie
eses
wiruns
ihreuch
sie/Siesie/Sie

Tabelle seitlich scrollbar.

  • Kannst du mich morgen anrufen?
  • Wir laden euch zur Party ein.

Verben mit Akkusativ

Sehr viele deutsche Verben verlangen ein Akkusativobjekt. Diese Verben solltest du dir gemeinsam mit Beispielsätzen einprägen, damit die Struktur automatisch sitzt.

Typische Verben mit Akkusativ sind: brauchen, kaufen, sehen, suchen, finden, lieben, essen, trinken, lesen, nehmen, kennen und besuchen.

  • Ich brauche einen neuen Laptop für die Arbeit.
  • Meine Tochter liest jeden Abend ein Buch.
  • Wir besuchen unsere Großeltern am Wochenende.

Präpositionen mit Akkusativ

Bestimmte Präpositionen stehen immer mit dem Akkusativ, egal ob es um Bewegung, Zeit oder Grund geht. Die wichtigsten sind: für, durch, gegen, ohne, um und entlang.

Eine gute Eselsbrücke: „für durch gegen ohne um“ – lerne diese fünf Wörter als festen Merksatz auswendig, dann erkennst du den Akkusativ sofort.

  • Das Geschenk ist für dich.
  • Wir gehen durch den Park zur Arbeit.
  • Ohne einen Regenschirm wird es nass.
Gut zu wissen

Wechselpräpositionen wie in, an, auf können sowohl mit Akkusativ als auch mit Dativ stehen – dazu gibt es einen eigenen Artikel.

Häufige Fehler beim Akkusativ

Viele Lernende vergessen die Endung -n bei maskulinen Substantiven oder verwechseln den Akkusativ mit dem Dativ, weil beide Fälle Objekte markieren können.

Ein weiterer typischer Fehler ist die falsche Verwendung von Präpositionen, die eigentlich immer den Akkusativ verlangen, wie „für“ oder „ohne“.

  • Falsch: Ich sehe der Mann. Richtig: Ich sehe den Mann.

Häufige Fehler

  • Ich sehe der Hund.

    Ich sehe den Hund.

    Maskuline Substantive bekommen im Akkusativ die Endung -n am Artikel.

  • Er hat mich Geschenk gegeben.

    Er hat mir ein Geschenk gegeben.

    Das Verb geben braucht Dativ (Person) und Akkusativ (Sache) – hier stimmt der Fall der Person nicht.

  • Das ist für ihm.

    Das ist für ihn.

    Die Präposition für steht immer mit Akkusativ, also ihn statt ihm.

  • Ich suche ein Wohnung.

    Ich suche eine Wohnung.

    Feminine Substantive bleiben im Akkusativ unverändert: eine, nicht ein.

  • Wir gehen durch das Park.

    Wir gehen durch den Park.

    Park ist maskulin, deshalb heißt es nach durch den Park.

Merkhilfe

Nur der Mann bekommt im Akkusativ ein -n: der wird zu den, ein wird zu einen – der Rest bleibt gleich.

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Zusammenfassung

  • Der Akkusativ antwortet auf die Frage „Wen oder was?“.
  • Nur maskuline Artikel verändern sich sichtbar: der/ein wird zu den/einen.
  • Personalpronomen wie ich, du, er ändern sich unregelmäßig zu mich, dich, ihn.
  • Viele Verben wie brauchen, sehen, kaufen verlangen ein Akkusativobjekt.
  • Für, durch, gegen, ohne, um stehen fest mit Akkusativ.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich den Akkusativ in einem Satz?

Stelle die Frage „Wen oder was?“ zum Verb. Die Antwort darauf steht im Akkusativ.

Welche Wortarten verändern sich im Akkusativ sichtbar?

Vor allem maskuline Artikel und Possessivpronomen im Singular sowie einige Personalpronomen.

Gibt es feste Verben, die immer den Akkusativ verlangen?

Ja, zum Beispiel brauchen, kaufen, sehen, suchen, lieben und besuchen.

Was ist der Unterschied zwischen Akkusativ und Dativ?

Der Akkusativ markiert meist das direkte Objekt (Wen/Was), der Dativ meist das indirekte Objekt (Wem).

Mit etwas Übung wird der Akkusativ zur Routine. Wiederhole die Verben und Präpositionen regelmäßig, dann sitzen die Endungen bald automatisch.

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