Wortschatz

Machen oder tun? Was ist der Unterschied?

21. September 2026 · 7 Min. Lesezeit · von Lukas

Machen oder tun? Die kurze Antwort: Im Alltag benutzt du fast immer machen. Tun brauchst du vor allem in festen Wendungen (weh tun, leidtun, so tun als ob) und wenn du über eine Handlung allgemein sprichst. Hier siehst du den Unterschied Schritt für Schritt.

Praxis & Beispiele

Machen oder tun: die kurze Antwort 🛠️

Machen ist das normale Verb für konkrete Tätigkeiten und für Dinge, die entstehen: Hausaufgaben machen, Kaffee machen, einen Kurs machen.

Tun benutzt du, wenn es um die Handlung an sich geht, ohne ein konkretes Ergebnis: Was soll ich tun? Ich tue nichts. Außerdem steht tun in festen Ausdrücken.

  • Ich mache das Essen. (konkretes Ergebnis)
  • Was kann ich für dich tun? (allgemeine Handlung)
Merke

Im Zweifel ist machen richtig. Tun ist die Ausnahme.

Machen: das Standardverb

Machen benutzt du für fast alle Tätigkeiten des Alltags. Sehr oft steht es mit einem konkreten Objekt im Akkusativ.

Machen steht außerdem in vielen festen Verbindungen mit Nomen, die du am besten als Einheit lernst.

  • Ich mache meine Hausaufgaben.
  • Wir machen eine Pause.
  • Sie macht einen Deutschkurs.
  • Er macht Sport und macht Fotos.
  • Das macht nichts.
Gut zu wissen

Typische Verbindungen: eine Pause machen, Urlaub machen, Musik machen, Fehler machen, Spaß machen.

Tun: feste Wendungen und allgemeine Handlungen

Tun verwendest du vor allem mit unbestimmten Wörtern wie etwas, nichts, viel, alles: Ich habe viel zu tun. Sie tut nichts.

Außerdem gibt es feste Ausdrücke mit tun, die du dir merken solltest.

  • Mein Kopf tut weh.
  • Es tut mir leid.
  • Er tut so, als ob er schläft.
  • Was hast du heute zu tun?
  • Das hat nichts mit mir zu tun.
Merke

Merke: weh tun, leidtun, so tun als ob, zu tun haben, etwas mit jemandem zu tun haben.

Machen und tun im Vergleich

Diese Tabelle zeigt dir die typischen Fälle nebeneinander.

SituationVerbBeispiel
konkrete TätigkeitmachenIch mache Kaffee.
Kurs, Prüfung, UrlaubmachenSie macht die B1-Prüfung.
etwas / nichts / vieltunIch habe viel zu tun.
SchmerzentunDer Rücken tut weh.
BedauerntunDas tut mir leid.
vorgebentunEr tut nur so.

Tabelle seitlich scrollbar.

Konjugation: machen und tun

Machen ist regelmäßig, tun ist unregelmäßig. Besonders die Formen im Präsens und das Partizip solltest du dir merken.

Formmachentun
ichmachetue
dumachsttust
er/sie/esmachttut
wirmachentun
Präteritummachtetat
Partizip IIgemachtgetan

Tabelle seitlich scrollbar.

Gut zu wissen

Perfekt: Ich habe die Aufgabe gemacht. Ich habe nichts getan.

Wenn beides möglich ist

In der gesprochenen Sprache hört man manchmal beides: Was machst du? und Was tust du? Beide Fragen sind korrekt, aber Was machst du? ist im Alltag deutlich häufiger.

Was tust du? klingt formeller oder betont stärker die Handlung in diesem Moment.

  • Was machst du am Wochenende? (normal im Alltag)
  • Was tust du da? (Erstaunen über eine Handlung)

Häufige Fehler

  • Ich tue meine Hausaufgaben.

    Ich mache meine Hausaufgaben.

    Bei konkreten Tätigkeiten steht machen.

  • Mein Bein macht weh.

    Mein Bein tut weh.

    Weh tun ist eine feste Wendung mit tun.

  • Es macht mir leid.

    Es tut mir leid.

    Leidtun ist eine feste Wendung mit tun.

  • Ich habe heute viel zu machen.

    Ich habe heute viel zu tun.

    Mit viel, etwas, nichts steht zu tun.

Merkhilfe

Konkret und greifbar? Machen. Schmerz, Bedauern oder nichts Konkretes? Tun.

Zusammenfassung

  • Machen ist das Standardverb für konkrete Tätigkeiten.
  • Tun steht mit etwas, nichts, viel und in festen Wendungen.
  • Feste Wendungen mit tun: weh tun, leidtun, so tun als ob, zu tun haben.
  • Partizip: gemacht und getan.
  • Im Zweifel ist machen die sichere Wahl.

Häufige Fragen

Sagt man Was machst du? oder Was tust du?

Beides ist korrekt. Im Alltag sagt man fast immer Was machst du? Was tust du? klingt formeller oder überrascht.

Warum heißt es weh tun und nicht weh machen?

Weh tun ist eine feste Wendung. Solche Wendungen lernst du am besten als komplette Einheit.

Was ist das Partizip von tun?

Das Partizip II ist getan: Ich habe nichts getan.

Heißt es einen Kurs machen oder tun?

Es heißt einen Kurs machen, weil es eine konkrete Tätigkeit mit Ergebnis ist.

Lerne die festen Wendungen mit tun als kleine Liste auswendig. Alles andere kannst du mit machen ausdrücken.

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