Deutsche Präpositionen: Die wichtigsten mit Akkusativ und Dativ
29. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit · von Lukas
Wer Deutsch lernt, stößt schnell auf ein Wörtchen-Rätsel: Nach manchen Präpositionen steht immer Akkusativ, nach anderen immer Dativ, und wieder andere wechseln je nach Situation. Deutsche Präpositionen wirken auf den ersten Blick chaotisch, folgen aber einem klaren System mit drei Gruppen. Dieser Überblicksartikel zeigt dir alle drei Gruppen sowie die wichtigsten Verschmelzungen wie zum, zur oder ins auf einen Blick.
Praxis & Beispiele
Drei Gruppen von Präpositionen
Deutsche Präpositionen lassen sich in drei große Gruppen einteilen: feste Akkusativ-Präpositionen, die immer denselben Fall verlangen, feste Dativ-Präpositionen mit derselben Eigenschaft, und Wechselpräpositionen, die je nach Satz zwischen Akkusativ und Dativ wechseln.
Wenn du diese drei Gruppen einmal auswendig kennst, musst du bei fast jedem Satz nur noch nachschlagen, in welche Gruppe die jeweilige Präposition gehört, anstatt jedes Mal neu zu überlegen.
Feste Akkusativ-Präpositionen
Diese Präpositionen verlangen immer den Akkusativ, unabhängig davon, ob eine Bewegung stattfindet oder nicht. Die wichtigsten sind für, durch, gegen, ohne, um und entlang (nachgestellt oder vorangestellt).
Ein guter Trick, um sie sich zu merken, ist der Merksatz: für, durch, gegen, ohne, um – bilde daraus eine kleine Eselsbrücke oder einen Reim, den du dir gut merken kannst.
| Präposition | Beispiel |
|---|---|
| für | Das Geschenk ist für meinen Bruder. |
| durch | Wir gehen durch den Park. |
| gegen | Das Auto fuhr gegen die Laterne. |
| ohne | Sie kommt heute ohne ihren Hund. |
| um | Wir treffen uns um die Ecke. |
Tabelle seitlich scrollbar.
Merke: für, durch, gegen, ohne, um → immer Akkusativ.
Feste Dativ-Präpositionen
Diese Präpositionen verlangen immer den Dativ. Zu den wichtigsten gehören aus, bei, mit, nach, seit, von und zu. Sie werden im Alltag extrem häufig gebraucht, etwa bei Ortsangaben, Zeitangaben und Herkunftsangaben.
Ein hilfreicher Merksatz für diese Gruppe lautet: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu – Dativ, wie du im Handumdrehen weißt.
| Präposition | Beispiel |
|---|---|
| aus | Sie kommt aus der Schweiz. |
| bei | Er wohnt bei seinen Großeltern. |
| mit | Ich fahre mit dem Zug. |
| nach | Wir fliegen nach Portugal. |
| seit | Sie lernt seit drei Jahren Deutsch. |
| von | Das Geschenk ist von meiner Kollegin. |
| zu | Ich gehe zu meiner Freundin. |
Tabelle seitlich scrollbar.
Manche Lehrwerke ergänzen diese Liste noch um gegenüber und außer, die ebenfalls immer mit Dativ stehen.
Wechselpräpositionen im Kurzüberblick
Neun Präpositionen wechseln je nach Satz zwischen Akkusativ und Dativ: in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben und zwischen. Entscheidend ist dabei immer die Frage: Beschreibt der Satz eine Bewegung mit einem Ziel (wohin? → Akkusativ) oder einen festen Ort beziehungsweise Zustand (wo? → Dativ)?
Diese Gruppe ist am umfangreichsten und verdient besondere Aufmerksamkeit, weil derselbe Satzbaustein je nach Kontext einen anderen Fall verlangt.
- Der Rucksack liegt unter dem Tisch. (wo? – Dativ)
- Ich lege den Rucksack unter den Tisch. (wohin? – Akkusativ)
- Wir treffen uns an der Bushaltestelle. (wo? – Dativ)
- Wir gehen an die Bushaltestelle. (wohin? – Akkusativ)
Verschmelzungen: zum, zur, ins, am
Im gesprochenen und geschriebenen Deutsch verschmelzen bestimmte Präpositionen mit dem folgenden Artikel zu einem einzigen Wort. Das klingt natürlicher und wird von Muttersprachlern fast immer bevorzugt, während die getrennte Form oft steif oder ungewöhnlich wirkt.
Wichtige Verschmelzungen sind zu + dem = zum, zu + der = zur, in + das = ins, in + dem = im, an + das = ans, an + dem = am, auf + das = aufs, bei + dem = beim, von + dem = vom und für + das = fürs.
| Verschmelzung | Beispiel |
|---|---|
| zum | Ich gehe zum Bäcker. |
| zur | Sie fährt zur Arbeit. |
| ins | Wir gehen heute Abend ins Kino. |
| im | Die Kinder spielen im Garten. |
| am | Der Termin ist am Montag. |
| beim | Er wartet beim Arzt. |
Tabelle seitlich scrollbar.
Merke: Diese Verschmelzungen sind im Alltag Pflicht, nicht optional – die getrennte Form klingt unnatürlich.
Eine praktische Lernstrategie
Am effektivsten lernst du die drei Gruppen, indem du sie farblich trennst: eine Farbe für feste Akkusativ-Präpositionen, eine für feste Dativ-Präpositionen und eine dritte für die Wechselpräpositionen. So erkennst du beim Lesen sofort, in welche Kategorie ein Wort gehört.
Wiederhole die Merksätze regelmäßig laut, zum Beispiel beim Warten auf den Bus oder beim Kochen, und baue sie aktiv in eigene Sätze über deinen Alltag ein – etwa beim Einkaufen, im Deutschkurs oder beim Reisen.
- Ich gehe zum Supermarkt, um für das Wochenende einzukaufen.
- Nach dem Deutschkurs treffe ich mich mit einer Freundin im Café.
Häufige Fehler
Ich fahre mit den Zug nach Berlin.
Ich fahre mit dem Zug nach Berlin.
Mit ist eine feste Dativ-Präposition, deshalb muss der Artikel im Dativ stehen: mit dem Zug.
Das Geschenk ist für meine Schwester.
Das Geschenk ist für meine Schwester.
Dieser Satz ist bereits korrekt, denn für als feste Akkusativ-Präposition verlangt hier zu Recht den Akkusativ.
Wir gehen in das Kino heute Abend.
Wir gehen heute Abend ins Kino.
Im Alltag wird die Verschmelzung ins statt in das bevorzugt, sie klingt natürlicher und ist die übliche Form.
Sie wohnt seit dem Jahr in Hamburg.
Sie wohnt seit einem Jahr in Hamburg.
Bei einer Zeitdauer ohne bestimmten Bezug wird meist der unbestimmte Artikel verwendet, seit dem Jahr klingt hier unpassend.
Der Termin ist an dem Montag.
Der Termin ist am Montag.
Bei Wochentagen wird die Verschmelzung am fast immer verwendet, an dem klingt hier unnatürlich.
Merkhilfe
Merke die drei Gruppen mit einem Ampelbild: Rot für feste Akkusativ-Präpositionen (für, durch, gegen, ohne, um), Grün für feste Dativ-Präpositionen (aus, bei, mit, nach, seit, von, zu), Gelb für die neun Wechselpräpositionen, die je nach Situation wechseln.
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Zusammenfassung
- Deutsche Präpositionen gliedern sich in drei Gruppen: feste Akkusativ-, feste Dativ- und Wechselpräpositionen.
- Für, durch, gegen, ohne und um verlangen immer den Akkusativ.
- Aus, bei, mit, nach, seit, von und zu verlangen immer den Dativ.
- In, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben und zwischen wechseln je nach Bewegung oder Zustand.
- Verschmelzungen wie zum, zur, ins, am und beim sind im Alltag die natürliche, bevorzugte Form.
- Übe die drei Gruppen am besten farblich getrennt und mit eigenen Alltagssätzen.
Häufige Fragen
Wie viele feste Akkusativ-Präpositionen gibt es?
Die wichtigsten fünf sind für, durch, gegen, ohne und um, sie verlangen immer den Akkusativ.
Welche Präpositionen verlangen immer den Dativ?
Zu den wichtigsten festen Dativ-Präpositionen gehören aus, bei, mit, nach, seit, von und zu.
Sind Verschmelzungen wie zum oder ins Pflicht?
Im Alltag werden Verschmelzungen wie zum, zur, ins oder am fast immer verwendet, die getrennte Form wirkt oft unnatürlich.
Was unterscheidet Wechselpräpositionen von den anderen Gruppen?
Wechselpräpositionen verlangen je nach Satz Akkusativ oder Dativ, abhängig davon, ob eine Bewegung mit Ziel oder ein Zustand beschrieben wird.
Mit den drei klaren Gruppen und den gängigen Verschmelzungen hast du jetzt das komplette Grundgerüst für deutsche Präpositionen. Vertiefe einzelne Gruppen bei Bedarf mit weiterführenden Artikeln zu Akkusativ, Dativ und den Wechselpräpositionen.
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